Die Atemschutzausbildung und das jährliche Belastungstraining für die rund 800 Atemschutzgeräteträger im Kreis Herford finden in der Atemschutzübungsanlage der Feuerwehrzentrale statt. Die hat Atemschutzspezialist Dräger (Lübeck) gemeinsam mit der Kreisverwaltung geplant und 2024/2025 realisiert. Sie entspricht modernsten Standards, bietet ein ausreichendes Platzangebot und ist mit Umkleidebereich und sanitären Anlagen ausgestattet. Vorbereitungsraum, Konditionsraum und Übungsstrecke sind so angeordnet, dass sich ein „Rundparcours“ ergibt, der einen optimalen Trainingsbetrieb garantiert.
Am Leitstand des Übungsleiters, der sich im Vorbereitungsraum befindet, erhält jeder Atemschutzgeräteträger einen Pulsgurt zur Überwachung der Herzfrequenz und Transponder-Chip zur Anmeldung an den Stationen. Gestartet wird im Konditionsraum: Auf dem Laufband müssen die Übungsteilnehmenden in „voller Montur“ 200 Meter in zwei Minuten zurücklegen und danach auf dem Fahrradergometer etwa genauso lange strampeln. Schließlich sind auf der Endlosleiter noch 20 Meter „aufzusteigen“. Ein Computer überwacht die körperliche Fitness der Atemschutzgeräteträger. Auf kleinen Bildschirmen, die neben den Fitnessgeräten installiert sind, können sie ständig ihre verbleibende Übungszeit, Pulsfrequenz und geleistete Arbeit ablesen. 20 Kilojoule müssen an jedem Fitness-Gerät vorgewiesen werden.
Im Vorbereitungsraum werden die Atemschutzgeräte angelegt.
Ein anstrengendes Konditionstraining bildet den Auftakt.
Anschließend geht es in die Atemschutzübungsstrecke, dem eigentlichen Herzstück der Anlage. Das 50 Meter lange Labyrinth aus Gitterboxen erstreckt sich über zwei Etagen. Die Feuerwehrleute kriechen zunächst bei völliger Dunkelheit durch die untere Ebene und öffnen dann eine Klappe, um auf die Laufstrecke darüber zu gelangen. Eine „Fire- und Soundbox“ sowie die flackernde Stroboskopbeleuchtung sorgen für eine realistische Einsatzatmosphäre. Mehrfach müssen die Teilnehmenden die Geschosse wechseln, bevor sie durch eine 2,30 Meter lange Röhre robben und das Ziel erreicht haben. Durch eine Schleuse am Ende der Übungsstrecke geht es zurück in den Vorbereitungsraum.
Danach geht es durch die 50 Meter lange Übungsstrecke, einem Labyrinth aus Gitterboxen.
Eine „Fire- und Soundbox“ sorgt für eine realistische Einsatzatmosphäre.
Zwei Infrarotkameras und zwei Wärmebildkameras sowie weitere Sensoren sorgen während der Übungsdurchgänge für Sicherheit. Die Bilder und Daten werden in den Leitstand übertragen, wo Mitarbeiter der Kreisfeuerwehrzentrale das Geschehen überwachen. Insgesamt vier Bildschirme und eine Gegensprechanlage zur akustischen Kontrolle stehen ihnen dafür zur Verfügung. Per Mausklick können alle Funktionen, wie die Licht- und Toneffekte oder Nebelmaschine gesteuert werden.
Vom Leitstand aus wird das Geschehen in der Übungsstrecke überwacht.